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Veranstaltung 

Titel:
Die "Reichskristallnacht" in der Berichterstattung der Salzburger Presse
Wann:
06.11.2018 | 18.30 h
Wo:
Haus der Stadtgeschichte - Salzburg
Kategorie:
ebw

Beschreibung

Die "Reichskristallnacht" in der Berichterstattung der Salzburger Presse

In der Nacht von 9. auf 10. November 1938, der so genannten „Reichskristallnacht“, wurden in einer von der NS-Führung gelenkte Aktion fast sämtliche Synagogen und jüdischen Geschäfte im Deutschen Reich zerstört. In Salzburg begannen die Aktionen in den frühen Morgenstunden des 10. November. Etwa 40 bis 50 SA-Männer verwüsteten und plünderten sieben jüdische Geschäfte und zerstörten die Einrichtung der Synagoge. 41 männliche Juden aus der Stadt Salzburg wurden verhaftet und ins KZ Dachau verbracht. Die Novemberpogrome markierten den Übergang zur forcierten Vertreibung der Juden ins Ausland und den Beginn der abschließenden Phase der Arisierung.

Der Vortrag behandelt die „Berichterstattung“ in der Salzburger Presse vor und nach der „Reichskristallnacht“. Die Novemberpogrome wurden von der Parteiführung ausgelöst und vorrangig von SA und SS-Mitgliedern durchgeführt. Die offizielle Propaganda versuchten die Pogrome als spontane, aus der Empörung der Bevölkerung über das Attentat auf den Diplomaten Ernst vom Rath entstandene „Kundgebungen“ und „Abwehrmaßnahmen“ darzustellen und so die Gewalt zu legitimieren. Die Bevölkerung wurde als Zeugen in die Gewalttaten, die in ihrem Namen begangen wurden, hineingezogen. Gleichzeitig sollte aber das wahre Ausmaß der Zerstörungen, Übergriffe und Verhaftungen heruntergespielt werden. In der Folge lag das Hauptaugenmerk der Propaganda auf der Rechtfertigung der gesetzten antijüdischen Maßnahmen, auch als Reaktion auf ausländische Kritik. Dieser wurde unter anderem die Behauptung entgegengesetzt, der Antisemitismus befände sich weltweit im Aufwind, nicht zuletzt unter Verweis auf die im Juli 1938 gescheiterte Konferenz von Évian, bei der keine Einigung über die Aufnahme der aus Deutschland flüchtenden Juden erreicht werden konnte. In einer bis dahin unerreichten Intensität wurde in täglich mehreren antisemitischen Hetzartikeln die so genannte „Judenfrage“ thematisiert, die Kampagne war ein entscheidender Schritt zur völligen Gleichschaltung der deutschen Presse.

Referent: Dr. Siegfried Göllner, Historiker, dzt. Forschungsstipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung, Mitarbeit an Projekten zu Nationalsozialismus, Entnazifizierung, Fürsorgeerziehung und Sportgeschichte.

Publikationen des Stadtarchiv zum Sonderpreis:
Beim Vortragsabend besteht die Möglichkeit, die Veröffentlichungen des Stadtarchivs Salzburg zur NS-Zeit vergünstigt zu erwerben.

Veranstaltungsort

Venue:
Haus der Stadtgeschichte
Straße:
Glockengasse 8
PLZ:
5020
Stadt:
Salzburg
Land:
A